{"id":1106,"date":"2015-04-15T23:25:51","date_gmt":"2015-04-15T21:25:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/index.php\/?p=1106"},"modified":"2016-03-13T12:02:56","modified_gmt":"2016-03-13T11:02:56","slug":"noerdlich-von-hier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/?p=1106","title":{"rendered":"N\u00f6rdlich von hier \u2026"},"content":{"rendered":"<p>\u2026 im Land der Seen und W\u00e4lder, gibt es nicht nur wunderbare Landschaften, die zum Durchstreifen einladen, sondern auch ge\u00fcbte Kampfk\u00fcnstler, die zum Lernen einladen. <!--more-->So geschehen am letzten M\u00e4rzwochenende 2015. Ante Br\u00e4nnbacka hatte Olaf Krey f\u00fcr ein Seminar nach Helsinki eingeladen. Ante und Olaf kennen sich schon seit \u00fcber 10 Jahren, sie haben gemeinsam den Studiengang zum Kampfkunstlehrer bei Patrick McCarthy sensei belegt. Seit dem nutzen beide jede Gelegenheit um voneinander zu lernen. Leider sind die Gelegenheiten nicht so h\u00e4ufig, wie sie es sich w\u00fcnschen \u2026 Von Ante und Olaf an einem verl\u00e4ngerten Wochenende lernen zu k\u00f6nnen, ist daher eine Gelegenheit, die Sven und ich uns nicht nehmen lie\u00dfen. Wir reisten gemeinsam mit Olaf am Vorabend des Seminars an. Da das Seminar erst am sp\u00e4ten Vormittag begann, konnten Sven und ich die Zeit am Samstag zu einem ersten Spaziergang durch Helsinki, der uns zum Dojo f\u00fchrte, nutzen. Bei unserer Ankunft \u00f6ffnete uns ein weiterer angereister Gast die T\u00fcr &#8211; Andreas Kangur aus Estland. Mit \u00fcber weiteren 30 Finnen waren wir dann vollz\u00e4hlig f\u00fcr das Seminar, das von Olaf gehalten wurde.<\/p>\n<p>Ich hatte das Gl\u00fcck, die erste Einheit mit Ante \u00fcben zu d\u00fcrfen. Vielleicht war ich auch wieder mal zu langsam \u2026 in diesem Fall mit positivem Ausgang. Wir \u00fcbten Tegumi und den Beginn eines Trapping-Drills, den Ante und Olaf zusammen erarbeitet hatten. Der Vorteil mit jemandem zu \u00fcben, der die \u00dcbung selbst zusammengestellt hat, ist, dass es keine starre Form wird, sondern eine lebendige \u00dcbung bleibt. Damit meine ich, dass das zu Lernende im Vordergrund steht, nicht ein weiterer Ablauf eines Technikdrills. Nach dem Mittag \u00fcbten wir weiter in der Nahdistanz. Auf das Schlagen folgten Kombinationen mit Takedowns aus einer Clinchsituation. Andreas war hierf\u00fcr mein \u00dcbungspartner, er ist mehr auf meiner Augenh\u00f6he als Ante \u2026 und das ist nicht metaphorisch zu verstehen. Nach ein paar abschlie\u00dfenden Runden Bodenarbeit war es Zeit f\u00fcr den speziell finnischen Teil des Seminars &#8211; ein Saunaabend. Finne muss man sein \u2026<\/p>\n<p>Am Sonntagmorgen starteten wir fr\u00fch (auch gef\u00fchlt durch die Zeitumstellung auf Sommerzeit) auf der Matte unseren zweiten Seminartag. Diesmal \u00fcbte ich mit einer Finnin aus Vaasa, was einige Autofahrstunden von Helsinki entfernt liegt. Erstmal ging es wieder um die Clinchposition, bevor wir uns mit Kaishu-waza besch\u00e4ftigten. F\u00fcr mich ging es dabei weniger um Technikfolgen, auch nicht um die einzelne Technik als solche. Meine Frage vor dem Seminar und damit mein \u00dcbungsfokus war, wie Gleichgewicht, Zentriertheit (i. S. v. innerem Mittelpunkt) und Struktur (i. S. v. [innerer] K\u00f6rperhaltung) zusammen geh\u00f6ren\/passen. Nach Diskussionen am Vorabend war mir zumindest klar, dass es mir noch nicht klar genug war.<\/p>\n<p>Nach einem Seminar liegt die Frage nahe: \u201eWas hast du gelernt?\u201c \u2026 Wozu bist du bis nach Helsinki gereist? Wozu Fragen stellen? Wozu den eigenen Verstand benutzen?<\/p>\n<p>Eine Reise bringt uns (meistens) in Kontakt mit anderen Menschen, deren Br\u00e4uche und Sitten, ihren Gedanken(mustern). Ante und Olaf unterrichten auf unterschiedliche Art dieselbe Kunst, jeder aus seiner Perspektive, aus seiner \u201eFragestellung\u201c heraus. Gelernt habe ich, dass jeder Unterricht ein Angebot an Lerngelegenheiten ist, was man daraus macht, bleibt einem selbst \u00fcberlassen. Eine \u00dcbung an sich ohne Fragestellung, ohne Achtsamkeit f\u00fcr die Antwort(en), f\u00fchrt nicht weit. Vielleicht beherrscht man so irgendwann einen technischen Ablauf oder auch 16 \u2026 aber wozu?<\/p>\n<p>Wozu also Fragen stellen? Wozu den eigenen Verstand benutzen? Weil jede Frage ihre Antwort beinhaltet! Fragen zu stellen, genau zu formulieren, in sich selbst zu lauschen &#8211; und dann (dabei) auf dem eigenen Weg vorw\u00e4rts gehen \u2026<\/p>\n<p>Nach dem Seminar bot sich Sven und mir noch die Gelegenheit f\u00fcr einen weiteren Stadtspaziergang, diesmal in Begleitung von zwei Finninnen, die uns ihre Stadt zeigten. Es war ein sch\u00f6ner Nachmittag, auch wenn der Winter langsam nach Finnland zur\u00fcckkehrte. Am Montag schneite es dann, was uns nicht von einem Ausflug mit Ante und Olaf in den Nationalpark Nuuksio abhielt. Zoriana stand uns als \u201ePfadfinder\u201c zur Seite, sodass wir aus der sch\u00f6nen verschneiten Landschaft auch unseren Weg zur\u00fcck gefunden haben. F\u00fcr Olaf hie\u00df es dann am Nachmittag schon wieder Abschied nehmen. Sven und ich nahmen noch am abendlichen Training teil, bevor es dann am Dienstag auch f\u00fcr uns wieder Richtung Heimat ging. Die Reise war ein Erlebnis \u2026 nicht allein der Landeanflug auf Berlin bei Sturm. Ich m\u00f6chte mich bei allen Beteiligten, vor allem bei Ante, Olaf und Sven, f\u00fcr die Reise und die bereiteten Lerngelegenheiten bedanken (und ich danke auch Raija, Claudia und Julia :-)).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-1108\" src=\"http:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_2-300x228.jpg\" alt=\"Nuuksio_2\" width=\"297\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_2-300x228.jpg 300w, https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_2-1024x777.jpg 1024w, https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_2-100x76.jpg 100w, https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_2-150x114.jpg 150w, https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_2-200x152.jpg 200w, https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_2-450x341.jpg 450w, https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_2-600x455.jpg 600w, https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_2-900x683.jpg 900w, https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_2.jpg 1978w\" sizes=\"auto, (max-width: 297px) 100vw, 297px\" \/><\/a>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<a href=\"http:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1107\" src=\"http:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_1-300x225.jpg\" alt=\"Nuuksio_1\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_1-100x75.jpg 100w, https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_1-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_1-200x150.jpg 200w, https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_1-450x338.jpg 450w, https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_1-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_1-900x675.jpg 900w, https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Nuuksio_1.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 im Land der Seen und W\u00e4lder, gibt es nicht nur wunderbare Landschaften, die zum Durchstreifen einladen, sondern auch ge\u00fcbte Kampfk\u00fcnstler, die zum Lernen einladen.<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":1111,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,3],"tags":[],"class_list":["post-1106","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-seminare"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1106","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1106"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1106\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1113,"href":"https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1106\/revisions\/1113"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1111"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1106"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1106"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ku-germany.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1106"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}