Shôchu Geiko 2013 am Frauensee

Never give up …

lautete das Motto des shôchu geiko im letzten Jahr und fand in diesem Jahr die passende (Jedenfalls wenn es nach Hurts geht, vgl. hier) Fortsetzung:

… it’s such a wonderful life!

Dieses Leben haben dann über 40 Leute (ja, wir waren tatsächlich über 40) auch 8 Tage lang geteilt und überwiegend, so hofft man, genossen.

Der Auftakt: Sina holt mich ab, ich bin noch dabei die letzten Updates auf meinen Rechner zu bekommen. Aber irgendwann schaffen wir es dann doch, mit irrwitzig viel Gepäck (als ich Sinas 3-Tage-Tasche sah, war es gar nicht mehr so viel) im Kofferraum. Rauf auf die Autobahn, ab nach KW, das Wetter wunderbar, der Kopf noch nicht ganz frei, aber das wird schon noch …  Am Bahnhof in KW wartet Anders, sieht aus wie immer, gar nicht anders, mit Eis in der Hand und guter Laune – wie immer, auch nicht anders. Schön, wenn Leute wie er ganz unaufgeregt doch immer wieder kommen und die Gruppe einfach durch seine Anwesenheit bereichern 😉

Ab an den See, wo das Einchecken, Schlüssel organisieren, Papierkram erledigen dank Sina und Jan deutlich entspannter läuft als erwartet. Ein erstes Essen – und da wusste ich wieder was mir das ganze Jahr über gefehlt hat. Bungalows beziehen, auspacken, Betten beziehen. Ein Blick auf den Plan: Dinah fängt an. Sehr cool!

Die erste Einheit: Theorie (ein Vortrag über Dinahs Perspektiven auf Kata). Jede Menge (den Fortgeschrittenen sicher bekannte) Informationen, die zusammengetragen und persönlich kommentiert wurden, und so eine Zusammenschau ganz eigener Art boten. Eine kurze Diskussionsrunde schließt sich an, warum eigentlich nur so kurz? Schlechter Moderator – Lerngelegenheit verpasst. Naja, die Woche geht ja erst los.

Abendeinheit: Sven ist dran. Hab ich mir gut organisiert. Chemnitz arbeitet und Olaf kommt erst einmal an 😉 Naja, zunächst einmal kommen lauter Handschuhe in meinem Gesicht an und mal wieder die erfreuliche Einsicht, es gibt da Leute, die können inzwischen vieles besser als ich. Sehr gut, Ziel erreicht und Gelegenheit was zu lernen. Leider muss Sven nun noch ein paar Abendeinheiten übernehmen und die KU-Softies boxtechnisch auf Vordermann bringen. Auch wenn man von Niveau noch nicht reden kann … am Ende der Woche waren doch alle ein wenig versierter als zu Beginn. Die Zahl der gesammelten Treffer auf meiner Nase hat sich jedenfalls halbiert. Jetzt müsste man mal dran bleiben … das alte Problem: der Sponsor fehlt.

Der erste Abend: schön, alle in der Runde zu sehen, wenn auch Bielefeld noch mit Planungsarbeit beschäftigt ist und sich nur langsam in Chilllaune versetzen lässt, dann aber auch bis zum Anschlag aufbleibt.

Der nächste Morgen: joggen – wessen Idee war das bloß (7:00 Uhr, jämmerlich). 7:30 Uhr: Dinahs Meditationskurs beginnt. Naja, sitzen wir eben mal, was soll da schon passieren? Nun weiß ich es: Zeitdilatation – von wegen 20 min. Definitiv eine Erfahrung, aber morgens nach dem Aufstehen auch eine eher deprimierende. Warum bitte gelingt es mir nicht, mich mal 3 min am Stück auf nur eine Sache zu konzentrieren? Restalkohol? Müdigkeit? … no excuses .. weitermachen: Frühstücken, Versuch das Schlafdefizit beseitigen … aussichtslos.

Dann ist es auch schon so weit, nach knapp 1,5 Jahren Überzeugungsarbeit, der große Moment: Andrea hält zwei Bodeneinheiten – leider ist die Mattenfläche sehr begrenzt. Es reicht jedenfalls um ins schwitzen zu kommen und ein paar Feinheiten bei den Techniken abzugreifen. Sieht doch einiges anders aus, wenn man sich die Sache mal von außen ansehen kann;-) Und auch schön, wenn man wieder mal dichter dran ist an den Lernprozessen und hautnah sehen und fühlen kann, wie sich die Dinge entwickeln oder auch wie leicht es ist, in alte Routinen zurück zu fallen. Abends dann noch die MMA-Handschuhe an und ein bisschen Sidemountfeeling. Doch noch mal was anderes, wenn plötzlich nichts mehr so schön kontrolliert, sicher und harmlos ist, wie in den Runden zuvor 😉 Für einige Leute waren wohl auch ein paar Grenzerfahrungen dabei, die hoffentlich ausgewertet wurden und Impulse setzen konnten.

Der nächste Morgen. Nach Meditation am See (in neuer Sitzposition ging es schon viel besser), Hendriks Einheit zu Rhythmik am Beispiel der Taisabaki Kata und der Filmmusik von PINA (hier): Formen im Karate, Formen in der Musik, Musik als Lernhilfe für Kata, Kata als Visualisierung, Verkörperlichung von Musik, Kata und Musik als Ausdruck von Form, Form als Grundlage jeder Kunst, jeden Ausdrucks, Form als Konvention und Variation – eine der zentralen Themen jeder Kunst oder auch des Lebens überhaupt. Ich weiß noch nicht genau, was ich gelernt habe, aber dass ich das habe, steht außer Frage.

Von nun an setzt ein wenig Regelmäßigkeit ein … Kobudo, Boxen, Nyumon/KU-Kata und von vorn … Eine Abendeinheit von Bernd sorgt für Abwechslung. Das Thema: Trainingsmethoden des Wettkampfkarate – Schwerpunkt: Schnellkraftschulung. Hoffentlich Anregung für den Einen oder die Andere, denn gebrauchen können wir das wohl alle und für einige ist es genau die Schlüsselkomponente für den nächsten Schritt  — auch und gerade wenn die mentale Distanz zum Wettkampfsport (zu recht) groß ist.

Der Rest der Einheiten fokussierte traditionell auf basics und details, detailed basics, basic details und feine grundlegende Grundfeinheiten … Wie immer, bleibt es bei einer Woche Training nicht aus, dass Fragen entstehen. Warum mache ich das eigentlich? Warum muss ich jetzt alleine üben und niemand sagt mir was ich tun soll? Warum denn nun noch eine Wiederholung? Warum sehen die anderen eigentlich so motiviert aus? Warum machen wir jetzt eigentlich nicht mal ne Pause? Kommt jemand mit? Hallo??? Na dann übe ich eben weiter …

Lagerfeuer, Beachparty (statt Grillabend) und Anders mit Gitarre, Wassertraining (Sprintversuche im Wasser führen zu Erschöpfung – wieder was gelernt!), Abende vor Bungalow 10, Musikproben, Liveauftritte, Kulturprogramm und musikalische Untermalung beim Training. Sicher eines der Jahre, in denen das Sommercamp noch ein bisschen erinnerungswürdiger war als sonst: wegen der netten Leute, der kompetenten und vielseitigen Beiträge, der Gespräche über die kleinen und großen Dinge des Lebens, manchmal auch über die kleinen Dinge, die das Leben groß machen — in zufälligen oder gewählten Gruppenkonstellationen unterschiedlicher Größe, des Mit- und Für- statt Neben- und Gegeneinanders, des sonnigen Wetters, der daraus resultierenden zurückgefahrenen Intensität, des lauwarmen Sees, nichts von all dem und doch noch viel mehr …

Abschließend einige Fotos, von denen es natürlich viele weitere gibt … (Dank Marc & Andrea, z.B. hier).

front_smallAndersGuitar_small rear_smallSommerlagerlied_small

Bis zum nächsten Jahr … unter welchem Motto auch immer!

Achja, Vorschläge für Motto, T-Shirtgestaltung, Programmgestaltung oder sonstiges? Dann hinterlasst einfach einen Kommentar oder schreibt eine Email.

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