Überblicken statt Eintauchen oder Zittau, 16./17. April 2016

KU Seminare – was macht sie eigentlich aus? Nun ja, das hängt wohl vom Lehrenden ab, aber auch vom Fragenden/Lernenden. Relativ oft hört man „boah, war das viel“ und erinnert sich an die eigenen Anfänge, das Spaghetti-Brain, die vielen Versuche vor dem ersten Lichtblick, die vielen parallelen Baustellen, von denen man naiver Weise dachte, sie wären vorübergehender Natur etc.  Für mich ist es seit einigen Jahren die Detailtiefe, die mir am Herzen liegt, die den Unterschied macht zwischen „kenn ich“ und „kann ich (so halbwegs)“. Das Fokussieren der Aufmerksamkeit und Anstrengung auf ein kleines Detail, das sich auf jeder Stufe des Lernens findet, und dem Übenden – auf jeder Stufe immer gleich – (viel zu) detailliert erscheint, das jedoch von außen betrachtet in immer tiefer liegende Schichten der Technik/Übung führt und rückblickend immer irgendwie selbstverständlich und oberflächlich und auch nur als eine Option von vielen erscheint. Details brauchen Zeit, um auf sie aufmerksam zu werden, sie zu thematisieren, sie zu hinterfragen, zu explorieren, zu integrieren etc.

Was bitte soll das also, ein Seminar mit Blöcken á 2,5h zu verschiedenen Themen: Ti’gwa (Schlagtechniken), Tuite (Kontrolltechniken/Grifftechniken), Tegumi (Ringen), Kata (festgelegte Formen) und Buki’gwa (Waffen) – nun ja, man kann auch sagen zu einem Thema: KU? Gewünscht waren aber nicht die Gemeinsamkeiten, das Verbindende, die zusammenführende Synthese, sondern die getrennte Behandlung. Nun denn, vergessen wir die Details …?!?

Vermutlich war hier Dinahs Wunsch nach einem strukturierten Seminar am Werk. Je kleinschrittiger die Vorgaben, desto mehr (Oberflächen-)Struktur hat die Sache schon mal und in 2,5h schafft nicht mal Olaf (fatales) Chaos anzurichten. 😉 Nun ja, ich bin mir nicht sicher, Dinah, ob dieser (unterstellte) Plan aufgegangen ist, aber immerhin war es mal was anderes und die Gelegenheit auf anderes anders zu schauen, um dann festzustellen, dass wir ja doch immer das gleiche machen – egal wie die Überschrift lautet. Ganz genau, alles das gleiche und zwar immer schon! 😀

Achja, immer schon?!? Das war wohl auch noch ein Anliegen … Der explizite Abgleich zwischen dem, was mal war … früher auf Okinawa … wenigstens dem, was wir von damals zu wissen glauben … und dem was wir (im engeren und weiteren Sinne) heute so tun. Destruktive Aufklärung oder relativierende Orientierungsversuche?

Danke Dinah, allen unsichtbaren Helfern und Danke allen für die Zeit auf der Matte.

Mit Köpfchen, bitte!Gruppenbild2_Zittau2016_small

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