Ne-waza-Seminar in Königsbrück am 24. Januar 2015 oder warum KU nicht ohne Boden kann und will …

Das war es also, das erste Semianr 2015 – halbwochenendig, halbtägig, halbvoll, halbqualifizierter Lehrer etc.;  sozusagen zur Einstimmung. 16 überwiegend aus dem Furyukan stammende große und kleine Übende mit kleinen und großen Mundwerken und einer katzigen, ggf. auch kratzigen Familie Talking (wie passend, Philine) und jeder Menge Energie haben sich also eine fortgeschrittene Bodeneinführung gewünscht. Warum eigentlich Boden? Trotz Annäherung an und inzwischen emotional leicht positiv gefärbter Assoziationen zu dem Thema „Bodenkampf“ ist das wohl DIE Baustelle im Furyukan und daher eine sinnvolle Themenwahl.

Wo beginnt man, was sind sinnvolle erste Techniken, wie baut man Sie zusammen, um am Ende zu einem Ergebnis zu kommen, das irgendwie an halbwegs sinnvolles agieren am Boden ála BJJ erinnert? Tja, so genau weiß ich das auch nicht, denn ich bin ja schließlich kein Profi auf diesem Gebiet. Allerdings weiß ich relativ genau mit welchem Vorwissen, mit welchen Vorbewegungsmustern etc. die Leute am Start sind und welche gedanklichen Schwierigkeiten sich unter Umständen ergeben. Erfolg und Ausbeute müssen ja zum Glück andere bewerten 😉

Ein Gedanke in groben Umrissen: Karate – jedenfalls KU – will ja (auch) auf SV vorbereiten. Die dabei genutzte Strategie lautet in der Regel: sieh zu, dass du die Initiative auf deine Seite bekommst und versuche die (nicht zu rettende, also schon eskalierte) Situation so schnell wie möglich aufzulösen. Es geht also darum, aktiv Kontrolle zu gewinnen und zwar möglichst in einem „Schritt“ und sofort und endgültig. Nun weiß der fortgeschrittene Karateübende natürlich, dass das so einfach nicht funktioniert, was ihn aber grundsätzlich nicht davon abhalten muss, einen Großteil seiner Übungszeit mit dem Spielen in einer idealen Welt zuzubringen. Der Boden erlaubt hier eine Erfahrung ganz anderer, ergänzender Art, nämlich dass eine Situation nicht zu dominieren nicht automatisch heißt, unterlegen zu sein. Es wird also notwendig zwischen Dominanz und Kontrolle genauer zu differenzieren. Nicht der eine Schritt zum Erfolg, sondern die vielen kleinen Zwischenschritte und Handlungsentscheidungen, die in ihrer Gesamtheit eine Positionsverbesserung bewirken oder eine Pattsituation aufrechterhalten rücken in den Fokus der Strategieentwicklung. Das ist natürlich alles ein wenig zugespitzt und müsste genau genommen durch viele „ja, aber“ bzw. Verfeinerungen ergänzt werden. Allein, dann geht der Punkt verloren, der mir bei aller Relativierungsbedürftigkeit dennoch relevant zu sein scheint.

Slow fight – Ziel und Mittel zugleich! Genaueres findet ihr z.B. hier von Christian Graugart.

Vielen Dank an alle – fürs Organisieren, Mitmachen und Durchhalten!

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